Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Rückgang der Klageeingangszahlen

Pressemitteilung der MLU Halle-Wittenberg Nummer 138/2015 vom 25. November 2015

Warum geht die Zahl der Klagen in Deutschland zurück? Juristen der Uni Halle suchen Antworten

In Deutschland werden immer weniger Klagen bei Gericht  eingereicht. Doch was sind die Gründe dafür? Ein Symposium, das von der  Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der  Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) gemeinsam mit dem  Oberlandesgericht Naumburg am Dienstag, 8. Dezember 2015, ausgerichtet  wird, sucht Antworten. Ziel ist es, Erfahrungen aus der Justiz mit  Erkenntnissen aus der Praxis der außergerichtlichen Streitschlichtung  zusammenzuführen und wissenschaftlich zu kommentieren. Am Ende der  Veranstaltung soll ein genaueres Verständnis der Ursachen und Wirkungen  der gegenwärtigen Entwicklung stehen.

Klagen Menschen in Deutschland mit  rechtlichen Problemen heute weniger oder anders? Seit einer Reihe von  Jahren lässt sich an den Klageeingangszahlen der Zivilgerichtsbarkeit,  der Arbeitsgerichtsbarkeit, der Verwaltungsgerichtsbarkeit und der  Finanzgerichtsbarkeit ein Rückgang der Klagehäufigkeit beobachten. Seit  fünf Jahren gilt das selbst für die Sozialgerichtsbarkeit, die nach dem  Inkrafttreten der Hartz IV-Gesetze im Jahr 2005 einen steilen Anstieg  der Klagen erlebt und mit einem kräftigen Anstieg der Zahl der  Richterinnen und Richter darauf reagiert hat. Zwar ist das Zahlenniveau  der Klageeingänge bei den Sozialgerichten nach wie vor vergleichsweise  hoch. Dennoch zeigt die Statistik seit 2010 für das Bundesgebiet einen  Rückgang der Klagezahlen.

Wie lässt sich diese Entwicklung erklären? Gibt es in den verschiedenen Lebensbereichen von Einkauf, Miete, Familie, Arbeit, steuerlichen und behördlichen Angelegenheiten bis hin zu sozialer Sicherung weniger Streit? Oder wird der Streit auf andere Weise beigelegt, beispielsweise durch großzügigeres Verbraucherrecht, durch eine kulantere Praxis von Unternehmen oder durch die wachsende Anzahl von Schieds- und Schlichtungsstellen? Es gibt bei diesem Thema keinen  Mangel an Vermutungen, aber es gibt einen Mangel an gesicherten und verallgemeinerungsfähigen Erkenntnissen zu Ursachen und zur Deutung des  Rückgangs der Klagezahlen an den Gerichten in der Bundesrepublik  Deutschland.

Symposium: „Der Rückgang der Klageeingangszahlen in der Justiz – mögliche Ursachen“
Dienstag, 8. Dezember 2015, 9.30-18.00 Uhr
Burse zur Tulpe, Hallischer Saal
Universitätsring 5, 06108 Halle

Gefördert wird das Symposium durch die Stiftung Rechtsstaat  Sachsen-Anhalt, den Freundeskreis der Juristischen Fakultät und das  Dekanat der Fakultät.

Vollständiges Programm unter: http://bit.ly/klagen-symposium   

Themenübersicht: Rückgang der Klageeingangszahlen

Themenübersicht: Rückgang der Klageeingangszahlen

Themenübersicht: Rückgang der Klageeingangszahlen

Nichts zu klagen? Der Rückgang der Klageeingangszahlen in der Justiz
Armin Höland u. Caroline Meller-Hannich (Hrsg.)

Nichts zu klagen? Der Rückgang der Klageeingangszahlen in der Justiz Armin Höland u. Caroline Meller-Hannich (Hrsg.)

Nichts zu klagen? Der Rückgang der Klageeingangszahlen in der Justiz
Armin Höland u. Caroline Meller-Hannich (Hrsg.)

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