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Soldan Moot

Was ist ein Moot-Court?

Unter einem Moot Court ist eine simulierte Gerichtsverhandlung zu verstehen, in welcher Studierende verschiedener Universitäten die Rolle der Vertreter von Prozessparteien übernehmen. Er setzt sich zusammen aus der Vorbereitung und der Durchführung eines Prozesses bezüglich eines fiktiven Falls im rechtlichen und tatsächlichen Sinne.

Dabei haben Jurastudenten die Möglichkeit ihr juristisches Wissen praktisch zu erproben und einen Einblick in die Arbeit von Volljuristen zu erlangen.

Was ist der Soldan Moot?

Der Soldan Moot    zur Anwaltlichen Berufspraxis (kurz: Soldan Moot) ist ein bundesweiter Moot Court Wettbewerb, an welchem Jurafakultäten aus ganz Deutschland teilnehmen.

Wer ist Veranstalter?

Ausgerichtet wird der Soldan Moot von der Hans Soldan Stiftung    zusammen mit der Bundesrechtsanwaltskammer    (BRAK), dem Deutschen Anwaltverein    (DAV) und dem Deutschen Juristen-Fakultätentag    (DJFT). Veranstaltungsort ist hierbei die Leibniz Universität in Hannover.

Wie läuft er ab?

Ein fiktiver zivilrechtlicher Fall simuliert ein Gerichtsverfahren vor einem deutschen Landgericht, durch das Studierende mit der forensischen Tätigkeit von Rechtsanwälten vertraut gemacht werden. Aufgrund der Bezüge des Falls zum anwaltlichen Berufsrecht erhalten die Studierenden zusätzlich einen Einblick in ebendiese Materie.
Der Fall wird dabei von den Studenten rechtlich analysiert, Beweismittel werden gewürdigt und daraufhin Rechtsmeinungen formulieren. Es wird zunächst eine Klageschrift erstellt und anschließend auf eine zugeloste Klageschrift eines anderen Teams in Form einer Klageerwiderung reagiert. Der Wettbewerb findet seinen Höhepunkt in den mündlichen Verhandlungen in Hannover.
Am Ende des Soldan Moots werden Gewinner in vier Kategorien (Bester Klägerschriftsatz, Bester Beklagtenschriftsatz, Beste mündliche Einzelleistung in der Vorrunde, Sieger des Finals der mündlichen Verhandlungen) bekanntgegeben.

Durch eine Teilnahme werden den Studierenden dabei auch für die spätere Berufsausübung relevante „Soft Skills“ wie u.a. die freie Rede, Teamwork und Argumentationskultur vermittelt.

Außerdem kann an der Martin-Luther-Universität durch die Teilnahme am Soldan Moot ein Seminarschein im Schwerpunkt der Forensischen Praxis oder die Allgemeine Schlüsselqualifikation nach § 9 Abs. 5 JAPrVO erworben werden.

Wie laufen die Verhandlungen ab?

Die Verhandlungen finden im Anschluss an das Verfassen der Schriftsätze statt. In diesen stehen sich die Teams (bestenfalls bestehend aus 4 Personen, jeweils zwei auf der Klägerseite und zwei auf der Beklagtenseite) erstmals gegenüber.

Simuliert wird dabei eine Einzelrichterverhandlung der fiktiven 1. Zivilkammer am Landgericht Hannover. In dieser stehen sich dann jeweils die Klägervertreter einer Universität und die Beklagtenvertreter einer anderen gegenüber. Die Auslosung der Paarungen erfolgt jeweils circa zwei Wochen vor Beginn der Verhandlungen.
In der Vorrunde tritt dabei jedes Zweierteam in zwei unterschiedlichen Verhandlungen auf.

Den Vorsitz in der Verhandlungen übernimmt dabei ein Volljurist (Richter, Rechtsanwalt oder Staatsanwalt).

Wer macht mit?

Die Zahl der Teilnehmer des seit 2013 ausgerichteten Soldan Moots stieg von Jahr zu Jahr. Waren es 2013 noch 12 Studententeams von 10 Universitäten, konnte man 2014 schon 16 Teams von 11 Fakultäten verbuchen, wobei zwei Teams aus Halle antraten.

2015 umfasste der Moot Court 18 Teams von 12 verschiedenen Universitäten. Unter diesen Teams waren auch zwei Teams aus Halle vertreten.

2016 wuchs der Moot Court auf 32 Teams von 20 Universitäten an, worunter sich erneut zwei Hallenser Teams befanden.

Weiteres

  • Im Jahr 2014 konnte ein Team aus Halle das  Halbfinale erreichen. Dort setzten sie sich zunächst gegen ihre  Konkurrenten durch, unterlagen jedoch im Finale den starken Gegnern der  Bucerius Law School.
  • Einen Erfahrungsbericht zum Soldan Moot 2015 finden Sie hier.
  • Im Jahr 2016 erreichte ein hallenser Team das Viertelfinale.

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